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Technische Ausbildungen nach Matura: Wie entscheiden?

Das Angebot an Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten für technisch versierte Maturant/innen wächst. Wie findet man hier das richtige Angebot? Ein Experte für Potenzialanalyse des WIFI Steiermark und eine Berater des Berufsinfozentrums des AMS Steiermark geben in Graz Tipps.

Die Bandbreite an Tools zum Finden der richtigen Ausbildung nach der Matura ist groß: es gibt unter anderem Bildungsmessen wie die BeSt, Berufsinformationszentren des AMS Steiermark, Potentialanalysen beim WIFI Steiermark und umfangreiche Informationstools wie die Berufsdatenbank www.BIC.at, wie Toni Monsberger, Experte für Potenzialanalyse am WIFI Steiermark, bestätigt. Diese Informationstools seien eine wichtige Hilfe, um auch über neue Möglichkeiten wie die Ausbildung zum Technical Expert bescheid zu wissen.

Veränderte Einstellung zur Arbeit
Vor allem wenn man mit den Eltern über die Berufswahl spricht, ist die unterschiedliche Einstellung zur Arbeit ein relevanter Faktor. Die heutigen Jugendlichen (geboren in den 80er- und 90-er Jahren) gehören – anders als deren Eltern – der „Generation Y“ an, wie Monsberger erläutert: „Die Generation Y ist leistungsbereit und will ihrer Berufung nachgehen, also nicht einfach nur einen Beruf ausüben.“ Monsberger empfiehlt Eltern außerdem zu berücksichtigen, dass die Jugendlichen – anders als ältere Generationen – die Arbeit nicht als Pflicht sondern als Form der Selbstverwirklichung sehen. Dies bestätigt die Jugendwertestudie, laut der Spaß an der Arbeit, Sicherheit und Selbstverwirklichung die wichtigsten Faktoren bei der Berufsentscheidung sind.

Realistische Erwartungshaltung
Man sollte Ausbildungspläne (zB Berufsbild für Mechatroniker/in oder Berufsbild für Metalltechniker/in) vorab ganz genau durchlesen. Dennoch wird es keine Ausbildung geben, die zu 100 Prozent die Erwartungen der Jugendlichen erfüllt, ist Monsberger überzeugt und rät Eltern dazu, ihre Kinder bei einer realistischen Erwartungshaltung zu unterstützen.

Keine Richtung vorgeben
„Eltern spielen eine wichtige Rolle bei der Berufsfindung“ ist Peter Fasching, Berater im Berufsinfozentrum des AMS Steiermark in Graz, überzeugt. „Eltern sollten bei der Informationsbeschaffung unterstützen, aber nicht für die Kinder entscheiden.“ Wichtig sei die Einschätzung der Erwachsenen auch, wenn es um die Chancen am Arbeitsmarkt gehe. „Das Angebot an offenen Stellen ist natürlich auch ein relevanter Faktor bei der Berufswahl“, sagt Fasching. Im AMS eJob-Room gibt es derzeit zB rund 2.000 offene Stellen für Mechatroniker/innen und 3.000 offene Stellen für Metalltechniker/innen.

Interessen und Fähigkeiten unterscheiden
Nur weil sich ein Jugendlicher für einen bestimmten Bereich interessiert heißt das nicht, dass er in diesem Bereich auch seinen Traumberuf findet, betont Fasching. Der Experte empfiehlt dazu Schnuppertage in Unternehmen. „In einem Unternehmen merkt der Jugendliche dann ganz automatisch, ob ihn die Tätigkeiten ansprechen.“

P.S.: Auch die Unternehmen, die Technical Experts ausbilden, bieten Schnuppertage an. Termine dazu können direkt mit den Unternehmen vereinbart werden.

27.11.2013

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