alternativen-studienabbruch

Technik-Ausbildung als neue Chance für Studienabbrecher/innen

Unerfüllte Erwartungen – das ist die häufigste Ursache für einen Studienabbruch an Grazer Universitäten. Eine mögliche Alternative: die Ausbildung zum Technical Expert in rund 35 Unternehmen in der Steiermark.

Innerhalb von zehn Jahren werden laut Hochschulstatistik 49,5 Prozent aller technischen Studien abgebrochen oder unterbrochen, 11,6 Prozent laufen noch nur 38,9 Prozent sind abgeschlossen.

Grazer Universitäten: Ursachen für den Abbruch eines Studiums
Warum aber werden Studien überhaupt abgebrochen? Fast 40 Prozent der Studienabbrecher/innen an Grazer Universitäten geben als Grund an, dass die Erwartungen an das Studium nicht erfüllt wurden – die häufigste Ursache für den Studienabbruch. An zweiter Stelle folgen persönliche Gründe (23 Prozent), danach das „System Universität“ (19 Prozent), wie aus der IHS-Befragung unter Studienabbrecher/innen hervorgeht.

Lieber „etwas Handfestes“
Mit dem „System Universität“ konnte sich auch der Südsteirer Daniel Triebl nicht anfreunden. Sein Studium an der TU Graz hat er abgebrochen, weil er lieber „etwas Handfestes“ wollte. Die Entscheidung fiel dabei auf eine Lehre als Mechatroniker bei Karl Wagner in Voitsberg. „Elektronik und Mechanik haben mich schon immer interessiert“, begründet Triebl. „Ein großer Vorteil der Lehre war natürlich auch der Verdienst.“

Nur 2,8 Prozent Dropout bei Mechatroniker-Lehrlingen
Große Unterschiede zwischen Studium und Lehre gibt es auch bei den Abbruchquoten. Nur jeder 36. Mechatroniker-Lehrling hat zwischen 2006 und 2011 seine Lehre abgebrochen (Drop-Out-Quote von 2,8 Prozent), so die Statistik der Wirtschaftskammer Steiermark. Von 354 Lehren wurden 344 erfolgreich abgeschlossen. Auch bei den Metalltechnikern ist die Drop-Out-Quote mit 8 Prozent im Bereich Stahlbautechnik und 11 Prozent im Bereich Metallbearbeitungstechnik niedrig.

Technische Ausbildung als Alternative für Studienabbrecher/innen
Für das Projekt „Technical Experts“ sind Studienabbrecher/innen neben Maturant/innen eine wichtige Zielgruppe. Die rund 35 steirischen Unternehmen suchen derzeit auf Hochtouren technikaffine junge Menschen mit Matura für eine Ausbildung in Metalltechnik oder Mechatronik.

Initiativen auch in Deutschland
Auch in Deutschland richten sich immer mehr Handwerksbetriebe an Studienabbrecher/innen: Über die Hälfte der Kammern in Deutschland unterstützt und plant laut einer aktuellen Umfrage des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) Kooperationsprojekte mit Hochschulen, um Studienabbrecher als Berufsnachwuchs für Handwerksbetriebe zu gewinnen (siehe Artikel auf DerStandard.at).

Unerfüllte Erwartungen, das ist in Graz der häufigste Grund für einen Studiumabbruch. (Credit: CollegeDegrees360 @Flickr)
Studium? Oder doch besser eine technische Lehre?
(Credit: CollegeDegrees360 @Flickr)

21.03.2014

Kommentieren